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Es ist Spargelzeit. Frank und ich haben dieses Wochenende zweimal das ‘königliche Gemüse’ genossen. Wir lieben Spargel in jeder Zubereitungsweise: gekocht, gedünstet, gegrillt, gebraten, roh als Salat. Dennoch waren wir überrascht, als uns diese Spezialität begegnete:

Kurzer Hand haben wir den Spargel-Cocktail gekostet: es dominierte Limettensaft, schmeckte ein wenig pfeffrig und hatte eine leichte Spargel-Note. Sehr lecker. Unser Kompliment an die Erfinder in der Frankfurter Bar Schöne Aussicht.

Um Spargel, Geschmack und die DDR ging es auch in einem Chat von Jean-Baptiste und mir. Ein Auszug kann man hier nachlesen.

Anmerkung: das Foto „Asperges épluchées“ wurde von MarionIon aufgenommen und bei Flickr hochgeladen; es steht unter der Creative Commons Lizenz.


Mein Ostersonntag stand unter dem schönen Sinnspruch:

Die Unsterblichkeit ist nicht jedermanns Sache. (Kurt Schwitters)

Am Ostersonntag hat mich Claus zu einem Spaziergang auf den historischen Alten St.-Matthäus-Kirchhof eingeladen. Auf diesem idyllischen Gottesacker liegen so berühmte Persönlichkeiten wie Jacob und Wilhelm Grimm (Germanisten) oder Rudolf Virchow (Arzt). Dort haben aber auch Berliner Originale wie Ovo Maltine (Polit-Tunte und Aids-Aktivistin) oder Helga Goetze („Ficken ist Frieden“) ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Vielleicht hat gerade letztere den Schriftsteller Max Goldt zu einer Kurzgeschichte über diesen Friedhof inspiriert. Hierin wird das Vorhaben des Erzählers, die Grabstätte der Gebrüder Grimm zu besuchen, unterbrochen von einer glatzköpfigen, barbusigen Seniorin, die sich mit einem Spaten an einem Grab zu schaffen macht. Daneben nimmt Goldt die Schöneberger Toleranztradition und die süddeutsche Unsitte, Schnappschüsse zu Grabsteinfotos umzuwidmen, auf die Schippe.

Nur keine Hektik! Wir sind alle auf dem Weg zum Friedhof und keiner von uns wird sich verspäten. (unbekannt)


Der Schlachtruf „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ war der Gesang der optimistischen deutschen Fans während der WM 2006, die ‘ihre’ Mannschaft im hauptstädtische Olympiastadion sehen wollten. Hat nicht so ganz geklappt.

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(c) davidhanddotnet/Flickr

Einen ähnlichen Schlachtruf muss es auch unter Schwulen geben, die sich jedes Jahr zu Ostern auf den Weg zum ‘Ledertreffen‘ an die Spree machen. Während dies vor einigen Jahren noch eher eine Veranstaltung der ‘Randgruppen’ war, bewirbt mittlerweile auch die städtische Berlin Tourismus Marketing GmbH dieses Events in ihrem Newsletter – zwischen Meldungen wie „Tierische Artenvielfalt in der Hauptstadt“ oder „Internationales Deutsches Turnfest beginnt am 14.05. in der Hauptstadt„. Was ja auch irgendwie ganz passend ist: rund um die Motzstrasse wird man so manche vom Aussterben bedrohte Exemplar der schwulen Lederszene antreffen – und zu fortgeschrittener Stunde wird man nicht nur im Tiergarten die eine oder andere … ähh … sportliche Übung beobachten können.

Ob ich von dieser Veranstaltung viel mitbekomme wird stark von meiner körperlichen Konstitution und aktuellen Stimmung abhängen. Viel mehr Lust habe ich, mich mit Jean-Baptiste am Samstag und mit Claus am Sonntag zu treffen. Außerdem freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Petra, Peter + Shimon, Günther + John und Didi. Und natürlich mit meinem Freund Frank.

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(c) frollein2007/Flickr

Ach ja – noch etwas: ich muss ergänzen, dass ich Berlin nicht mag. Oder sagen wir es mal besser so: ich mochte es bis Mitte der 90er Jahre. Danach hat mich jeder Besuch dieser Stadt genervt. Ganz ähnlich ging es Nicky die in ihrem Blog feststellt: „Ich liebe diese Stadt. Eigentlich. Aus der Ferne und genau bis 10 Minuten nach meiner Ankunft.“ Noch weiter geht Thomas Wanhoff, der Berlin beim Abschied nach sechs Monaten scheinbar keine Träne nachweint.

Mal schauen, wie es bei mir dieses mal wird. Das Wetter wird gut und das ist schon mal die halbe Miete. Vielleicht verliebe ich mich ja wieder in diese Stadt.

Anmerkung: Die Bilder stehen unter der Creative Commons Lizenz und wurden von mir nachbearbeitet.
Eine Weitergabe und Weitergabe ist entsprechend den Regeln der CCL gestattet.

Kann man Schönheit mitteilen?

(c) nosha/Flickr

Dies würde voraussetzen, dass es eine abstrakte, allgemein gültige Schönheit gibt. Aber findet nicht mancher etwas schön, was andere abstößt? Eine kleine Recherche bei Flickr mit dem Stichwort ‘beauty‘ wirft zigtausende von Bilder aus, die ich nicht ’schön’ finde. Was haben diese User sich dabei gedacht, als sie ihr Foto mit diesem Stichwort versehen haben? Was fanden sie daran schön?

Schönheit ist wohl eine Empfindung, die man einander mitteilen kann. Die aber leider nicht objektivierbar ist. Nicht jeder wird etwas gleich ’schön’ empfinden. So wie wir nicht für andere Personen alles das gleiche empfinden. Aber einander mitteilen können wir es trotzdem. Auch auf die Gefahr hin, dass andere unser Konzept von Schönheit abstoßend finden. Mit dieser Zurückweisung muss man leben. So wie manchmal unsere Liebe unerfüllt bleibt oder zurückgewiesen wird. Wir können zwar jemanden lieben, aber nicht dessen Liebe erwarten, einfordern – höchstens erhoffen.

Wer jetzt an eine akute Beziehungskrise beim Jörn denkt, liegt falsch. Jean-Baptiste wollte mich auf einen seiner Meinung nach schönen Text hinweisen. Leider in Französisch – einer Sprache, die ich nicht beherrsche. Was uns aber im Chat zu der Frage brachte, ob es überhaupt eine abstrakte Schönheit gibt. Seine Ansicht zu dem Thema und unser Chat finden sich hier.

Anmerkung: Das Bild Direction wurde ursprünglich von nosha bei Flickr hochgeladen und steht unter der Creative Commons Lizenz.