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Auch wenn es so scheint, dass die Schweinegrippe an uns vorbeizieht:

Ein Werbefilm, der 1976 vor den möglichen Folgen der ‘Swine Flu’ warnt, als die USA schon einmal in Panik geraten sind.

Frisch aufgespießt:

Hygiene dient dem Wohl des Einzelnen und der Gemeinschaft durch die Reduzierung von übertragbaren Krankheiten. (händewaschen.de)

Das Hört sich ein bisschen nach „Blut und Boden“ an. Schließlich sollte „Sauberkeit“ im Nationalsozialismus nicht nur von den Menschen als angenehm empfunden werden, sondern wurde gleichzeitig auch als Dienst an der Gesundheit, den jeder Einzelne für die Volksgemeinschaft zu leisten hatte propagiert. Als das Gleichnis Sauberkeit = Volksgemeinschaft ausreichend verfestigt war, konnte es auch zur Ausgrenzung der als „unrein“ diffamierten Bevölkerungsgruppe genutzt werden. Aber ich weiche vom Thema ab: Händewaschen hat seine Richtigkeit und das Zitat ist lediglich unglücklich formuliert.

Tatsächlich werden über die Hände viele Krankheiten übertragen und regelmäßiges Händewaschen reduziert wirkungsvoll die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Während man ständig über Kampagnen stolpert, die zur Benutzung von Kondomen beim Sex aufrufen, wird man selten über das richtige Händewaschen informiert.

Aus aktuellem Anlass (Pandemie) hat Infraserv Höchst kurzfristig eine lehrreiche Online-Schulung erstellt, in der man erfährt, wie das Risiko von Infektionen durch sorgfältige Hygienemaßnahmen (u.a. Händewaschen) zu verringern ist.

Und wer den an die Schulung folgenden Test bestanden hat, darf sich diesen lustigen Werbefilm ansehen:

Anmerkung: das Foto “Because washing your hands is so complex” wurde von toastforbrekkie aufgenommen und steht unter der Creative Commons Lizenz.


… an den neuen Bahnchef hat die ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe formuliert. Mein liebster, da ich selbst Leidtragender war:

Lieber Bahnchef, ich wünsche mir …

… die Abschaffung der Schinken-Käse-Stange als Trostpflaster auf der Schleichstrecke Berlin–Hamburg; die Dinger sind besser als Bremsklotz am ICE III zu verwenden. Christof Siemes, Feuilleton

Zum Hintergrund: die Strecke zwischen Hamburg und Berlin ist gesperrt, um Tausende defekter Betonschwellen auszutauschen. Die Züge werden über Stendal und Uelzen umgeleitet und brauchen statt 90 nun gut 135 Minuten. Um die Reisenden zu beschwichtigen (die Bahn berechnet selbstverständlich weiterhin den vollen ICE-Preis von 68 € statt 55 € für den InterCity) werden ‘Snacks’ und ‘Getränke’ verteilt.

sk-stangeDieses Gebäck wurde mir überreicht und war kaum genießbar. Apropos Genuss: für Muslime, Juden oder Vegetarier hielt die Bahn keine schweinefleischefrei Alternative bereit. Die scheinen der Bahn als Kunden nicht wichtig zu sein, haben kein Trostpflaster verdient oder wurden schlichtweg vom Marketing vergessen.

Ich möchte daher meinen ganz persönlichen Wunsch an Herrn Grube formulieren:

Wenn Sie uns Kunden schon für dumm verkaufen, machen Sie es doch bitte künftig weniger offensichtlich, so dass wir es nicht merken.

Warum ich das Familien- und Erbrecht so schätze:

Ein Zuneigungsrahmen muss halt vernünftig und weitsichtig austariert werden.

Heute morgen in der Zeitung gefunden:

„Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar nahe liegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht. Wir werden sie – letzten Endes – auch nie völlig erklären können.“ (Johannes Rau nach dem Amoklauf in Erfurt)

Aufgespießt bei FAZ.NET: Winnenden und die Medien: Wir Voyeure

(c) Neil Crosby/Flickr

(c) Neil Crosby/Flickr

Anmerkung: Das Bild „Killing Spree… wurde ursprünglich von thevoicewithin bei Flickr hochgeladen und steht unter der Creative Commons Lizenz.