Nach der Panik um die Vogelgrippe im Jahre 2006 scheint sich jetzt eine neue Bedrohung auf zu tun: die Schweinegrippe. Das ist eigentlich eine akut verlaufende Infektionskrankheit bei Hausschweinen, gegen die Tiere auch geimpft werden. In der Vergangenheit und auch jetzt hat sich dieses Virus jedoch verändert und ist auf den Menschen übergesprungen: so soll 1918/1919 die Spanische Grippe auf einen Grippe-Virus des Schweins zurückzuführen sein und auch 1976, 1988 und 1993 sind der Schweinegrippe ähnliche Viren beim Menschen nachgewiesen worden. An sich also nichts Neues.
Dennoch mach’ ich mir Gedanken darüber, ob diese neue Grippe bedrohlich für meine Liebsten und mich ist. Schwere virale Infektionen der Atemwege sind für immunsupprimierte, allgemein geschwächte oder hochbetagte Patienten eine gefährliche Erkrankung.
Der Hallenser Mikrobiologe Alexander Kekulé war sich am 29. April im Morgenmagazin sicher, dass das Grippevirus“nicht außergewöhnlich aggressiv“ sei. Im Laufe des Tages bestätigten sich aber Verdachtsfälle in Hamburg und Regensburg. Am folgenden Tag hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zwar zur Wachsamkeit gemahnt aber zugleich beschwichtigt: so „schlimm“ sei das Virus nicht und es gäbe Medikamente, mit denen das Virus wirksam behandelt werden könne.
Dennoch bleibt eine Verunsicherung, wenn man an aktuelle Meldungen z.B. bei Spiegel Online liest:
Das Virus habe „das Potential, sich auszubreiten und zu verändern“, sagte an diesem Freitag der Präsident des Robert Koch-Instituts, Jörg Hacker. (…) Der Erreger der Schweinegrippe unterscheidet sich nach Angaben der US-Behörden in seinem Code in einer wichtigen Eigenschaft von dem Erreger der katastrophalen Spanischen Grippe von 1918/19. „Wir sehen nicht die Merkzeichen für die Virulenz, die in dem Virus von 1918 festgestellt wurden“, sagte die Grippeexpertin Nancy Cox von US-Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention am Freitag.
Und so werde ich auch die nächsten Tage damit verbringen, wegen dieses Virus nicht in Panik zu verfallen. Schließlich war meine gesamte Familie erkältet, als ich im Oktober nach der Transplantation wieder zu Hause eingezogen bin und mich nicht angesteckt habe. Außerdem hat mir mein Frankfurter Onkologe letzten Dienstag bestätigt, dass das Transplantat hervorragend arbeitet und mein Immunsystem (fast) vollständig wiederhergestellt sei. Falls alle Stricke reissen: ich hab auch noch eine Packung Tamiflu herumliegen. Da kann ich die Aussage der Ulla locker auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen.
Anmerkung: das Foto “fly pig fly” wurde von Tim Ereneta aufgenommen; das Foto „Tamiflu“ wurde von kanonn aufgenommen; beide stehen unter der Creative Commons Lizenz.

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