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Letztens hat mich eine Freundin gefragt, wie ich denn mein Trauma behandeln wolle. Trauma? Welches Trauma? Und was ist ein Trauma überhaupt? Die Wikipedia führt dazu aus:

Als psychologisches, psychisches, seelisches oder mentales Trauma oder Psychotrauma (griech.: Wunde, Pl.: Traumata, Traumen) wird die Erinnerung einer Person an die Situation eines für sie seelisch einschneidenden Erlebnisses bezeichnet bzw. der seelische und / oder neuerdings auch der körperliche (z. B. auf Hirnstrukturen) Eindruck, den das Erlebnis in der Seele der betroffenen Person hinterlassen hat. Häufig wird auch stellvertretend die traumatisierende Situation selbst als Trauma bezeichnet. (…) Beispiele für Erlebnisse, die Traumata auslösen können, sind Gewalt, Krieg, Mord, Folter, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Misshandlung, Unfälle, Katastrophen oder Krankheiten. Auch emotionale Vernachlässigung, Verwahrlosung, soziale Ausgrenzung, Zwangsräumung, Obdachlosigkeit oder Mobbing können zu einer Traumatisierung führen.

Trauma: When Tigger Lost His Bounce

Trauma: When Tigger Lost His Bounce

Aber wichtig dabei: Zu einer psychischen Traumatisierung kommt es, wenn das Ereignis die psychischen Belastungsgrenzen des Individuums übersteigt und nicht adäquat verarbeitet werden kann. Und eigentlich komm’ ich mit sechs Monaten im Krankenhaus, unkomischen Chemotherapien, körperlichem Verfall, Verlust der beruflichen Existenz etc. ganz gut zurecht.

Um mit dieser – sagen wir mal: schwierigen – Situation zurechtzukommen, habe ich mir eine Bewältigungsstrategie zurecht gelegt: Problem zur Kenntnis nehmen, Handlungsoptionen vergegenwärtigen und gegeneinander abwägen und entsprechend der Abwägung handeln. Danach kann das Ereignis einschließlich seiner Bearbeitung mit Schleifchen im Hirn abgelegt werden und bedarf keiner weiteren Beachtung.

Hört sich sinnvoll an? Finde ich schon. Anderer Ansicht sind da die Hardcore-Psychotherapeuten, die in dieser aktiven Verschiebung eines bewussten Erlebnisses eine Verdrängung sehen, die aufgearbeitet werden müsse – ansonsten drohe eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Konsequenz dieser (zugegebenermaßen stark vereinfachten) Theorie ist damit, dass irgendwie jeder Mensch behandlungsbedürftig ist.

Damit stellt sich für mich die Frage, ob man eigentlich auch durch Psychotherapeuten traumatisiert werden kann.

Anmerkung: Das Bild Trauma: When Tigger Lost His Bounce wurde ursprünglich von gasboyben bei Flickr hochgeladen und steht unter der Creative Commons Lizenz.

Erstaunlich, was zwei Tage ausmachen können:

rimg0025

Tulpen am 1.4.

rimg0055

Tulpen am 3.4.