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Als meine Mutter und ich letztens durch den Supermarkt zogen, erlegten wir eine kapitale Ente. Naja, als wir an den Tiefkühltruhen vorbeigingen kam uns die spontane Eingebung, man könne doch mal vor Weihnachten einen Vogel in die Röhre schieben. So fackelten wir nicht lange und legten eine polnische 2 Kg „Flugente“ in den Einkaufswagen.

(c) hddod/Flickr

(c) hddod/Flickr

Als wir uns zu Hause fragten, wie wir unsere Beute denn am besten zubereiten, erinnerte sich meine Mutter an eine Glosse von Fanny Müller: Kartoffelsalat à l`orange. Hierin beschreibt die Hamburger Kultautorin, warum es bei ihr Heiligabend statt dem Klassiker Würstchen mit Kartoffelsalat Ente à l’Orange gab und die Köchin mehrere Gläschen Portwein zur seelischen Stärkung benötigte. Der Stress, der sich typischerweise ab dem 24.12. einstellt ist der Grund, warum es zu Weihnachten im Hause Meyer keinen gefiederten Freund sondern etwas weniger aufwändiges gibt. Und es gibt ja genügend andere Tage im Jahr, an denen man bisher unbekannte Rezepte ausprobieren kann, wie z.B. Canard à l’Orange.

Apropos gefiederte Freunde: ein richtig fettes Exemplar gab es bei Frau M. aus El P. zu Thanksgiving. Passend dazu der Artikel „Give Thanks? Science Supersized Your Turkey Dinner“ in der Wired, der aufzeigt, wie sich das durchschnittliche Gewicht eines Truthahns in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt hat. Unsere Ente war wohl normalgewichtig und hat das in ihr gesammelte Fett im Backofen ausgeschwitzt. Hier der letzte Schnappschuss von ihr, bevor sie zerlegt auf unseren Tellern endete:

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Falls jemand unser Rezept für Ente à l’Orange haben will:

  1. Eine junge Ente (1,8 – 2,2 kg) kurz kalt abspülen und mit Küchenpapier trockentupfen. Die Haut stellenweise mit einer Gabel einstechen; innen und außen mit Pfeffer und Salz würzen.
  2. Die Ente mit der Brustseite nach unten auf ein Rost legen und für 60 Minuten bei 200° garen (Einstellung: Umluft/Grill); hiernach wenden und mit der Brustseite nach oben weitere 30 Minuten garen. Hinweis: eine Fettpfanne darunter stellen, damit nicht der Feuermelder anspringt und man sich den Ofen versaut.
  3. Für die Soße 200 ml Geflügelfond aus dem Glas, 200 ml Orangensaft, 3 Esslöffel Orangengelee sowie 1 Esslöffel Sojasoße vermengen und zusammen im Kochtopf erhitzen. 10 g Stärkemehl (etwa 1 Esslöffel) mit etwas Wasser vermischen und in die Soße einrühren. Kurz aufkochen lassen, evtl. mit Salz, Zucker Thymian und Pfeffer abschmecken. Wer mag kann zusätzlich eine kleine Dose Mandarinen und/oder Orangenlikör (Cointreau) in die Sosse geben.

Dazu gibt es bei uns Kartoffelklöße und Rotkohl. Gut passen aber auch (Wild-) Reis und Brokkoli. Also eigentlich ist das Rezept auch ganz easy. Zur Einstimmung auf Weihnachten muss man schließlich nicht schon am 1. Advent den größtmöglichen Feiertagsstress simulieren.

Nachmittagsstimmung bei der Lebensabschnittsgefährtin:

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Abendstimmung in der Schanze:

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Das Rezept für Käsekuchen mit Mandarinchen findet sich bei Chefkoch; die Kneipe ist wunderschön und zutreffend im Boschblog beschrieben.

Sonntag schrieb ich in einer E-Mail an Morgan: Das Leben ist so irreal, virtuell geworden …

Fasziniert beobachte ich, wie meine Gedanken scheinbar mit denen anderer Blogger übereinstimmen.

Morgan macht sich Gedanken über den Erfolg seiner KMT, berichtet über seinen Frieden mit dem Tod und wie seine Freunde damit umgehen: sie verdrängen es. Ihm drängt sich dazu ein Zitat von Pascal auf:

Da die Menschen kein Heilmittel gegen den Tod, das Elend, die Unwissenheit finden konnten, sind sie, um sich glücklich zu machen, darauf verfallen, nicht daran zu denken.

Claus erinnert sich in der Rekonvaleszenz nach einer schweren Lungenentzündung an das Sterben seines Freundes Kai. Zu seiner eigenen Situation befragt stellt er lakonisch fest:

„Ich bin nicht deprimiert und ich bin nicht nur eine Abrissruine, sondern durchaus gleichzeitig immer noch auch eine Baustelle.“

Und Karin berichtet, wie man sich nach dem Ziehen eines Zahnes unverhofft auf der Intensivstation wieder findet.

Aber sind diese drei Menschen, deren Blogs ich täglich verfolge, tatsächlich irreal, also „nicht der Wirklichkeit angehörend“ für mich? Werden sie nicht real, wenn ich anfange, mich mit ihren Gedanken zu beschäftigen? In all diesen Blogs finde ich mich zum Teil wieder und hinterlasse meine Spuren, wenn ich mit der Kommentarfunktion gedanklich verwebe. Was ist die Konsequenz daraus, eine Cyber-Bekanntschaft?

Hätte ich Morgan dann viel eher eine Care-Mail schicken müssen, als ich mehr als eine Woche nichts mehr las? Oder bei Karin anfragen sollen, was los ist? Oder von Claus? Sind diese Blogs publizistische Angebote zum Konsum oder Aufforderungen zur Interaktion? Oder einfach nur eine Form der Krankheitsbewältigung, die mich auch zum Führen dieses Blogs antreibt?

Ich werd’ in meinen schlaflosen Nächten weiter drüber nachdenken …

Sssikäi?

pb250002Schaut nachts um 23 Uhr etwas skeptisch in die Kamera und denkt sich ihren Teil zu Jörns Fotosucht.

Jörn?

Ist von den Medikamenten etwas aufgedunsen und sehr verpeilt im Kopf.

Dafür scheinen die Pillen gegen die GvHD (Haut/Leber) endlich anzuschlagen. Jetzt müssen sie nur noch so optimiert (eingestellt) werden, dass die Nebenwirkungen (Schlafstörungen, Unruhe, Tremor, Krämpfe, …) erträglich sind. Folglich ist er irgendwie täglich zur Blutentnahme (Medikamentenspiegel) in der KMT-Ambulanz.

Positiv: Gegen die Wassereinlagerungen in den Beinen hat er Lymphdrainage verschrieben bekommen – mit grandiosem Erfolg: seine Haxen sind wieder normal.

Auch ansonsten ist alles schön. Naja, im Rahmen des Möglichen ;-)

Ich mag die Vorweihnachtszeit eigentlich nicht besonders. Sie ist geprägt durch Balladen im Radio (‘Driving Home For Christmas‘), schlechtem Glühwein auf Weihnachtsmärkten (asiatischer Billigramsch, Fischbrötchenstände und Schwenkgrill) und der Frage nach den passenden Weihnachtsgeschenken.

Ich kann mich aber jedes Jahr wieder für die maßvolle Dekoration meiner Wohnung (ein Adventsgesteck) und das Keksebacken begeistern. Sehr gefreut hab’ ich mich daher über die Einladung eines alten Bekannten zum gemeinsamen Ausrollen, Ausstechen und nach dem Backen natürlich VERZIEREN.

Das ist dabei heraus gekommen:

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Und hier bin ich in Aktion:pb230027

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Zugegebenermassen sind Vanilliekipferl auch eine feine Sache und deutlich schneller herzustellen. Leider kann man dabei aber nicht sein modisches Geschick beweisen, dass Kleidung und Plätzchen Ton in Ton gehen.