Heute morgen gegen 10 Uhr rief ich bei Jörn an: „Störe ich dich?“ – „Ja, ein bisschen.“ – „Oh, hast du Besuch?“ – „Nee, ich bin beim Kotzen.“
Ein paar Stunden später war ich bei ihm. Er sah ziemlich fertig aus und wollte sich auch nicht fotografieren lassen. Momentan geht ihm so einiges auf den Zwirn: Sein Zimmernachbar, ein alleinstehender älterer Herr, möchte Geräusche und Rummel um sich haben, weshalb die Zimmertür meist offen steht. Zudem muss sich Jörn auch dann zuquatschen lassen, wenn er viel lieber vor sich hin dösen würde. Dies in Kombination mit der fehlenden Privatsphäre und dem gewöhnungsbedürftigen Essen kann einem schon die Laune vermiesen. Viel schlimmer ist aber, dass Jörns Entzündungswerte nicht zurückgehen und ihm die Medikamente auf den Magen schlagen. So kam es auch zur eingangs geschilderten Situation. Bevor hier keine deutliche Besserung eingetreten ist, kann Jörn nicht entlassen werden. Insofern heißt es für alle Beteiligten wieder einmal: Geduld.

7 comments
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21. September 2008 um 20:31
Jörn Christian Meyer
Sssikäi hat es gut zusammengefasst: ich bin einfach nur von allem genervt und glaube, mir selber im Weg zu stehen.
Mit dem Trinken und der Ernährung hat es bisher immer super geklappt – seitdem die Medikamente aber oralisiert wurden, macht die Einnahme enorme Probleme. Außerdem habe ich eine versteckte Entzündung, die mir regelmäßig Nachmittags zu Fieberschüben verhilft. Den Zimmernachbarn kann ich mit dem iPod ausschalten. Leider kann ich ihm den iPod nicht um den Kopf schnallen, wenn ich ein privates Gespräch mit meinem Besuch oder ein Telefonat führen möchte.
21. September 2008 um 20:42
Jörn Christian Meyer
PS: Mein wirklich liebenswürdiger Bettnachbar wäscht sich übrigens nach dem Pinkeln im Stehen nicht die Hände. Mittlerweile scheint er unser Verhältnis als so intim einzuschätzen, dass er es nicht mal mehr für nötig hält, währenddessen die Badezimmertür zu schließen.
Memo an mich: den Gedanken der Rücksichtnahme und Gelassenheit noch mal dringend überdenken.
21. September 2008 um 20:45
Sssikäi
„Den Zimmernachbarn kann ich mit dem iPod ausschalten.“ Sowas geht?! Toll! Ich würde auch gern manchmal ein paar Leute ausschalten. Leihst du mir das Ding?
21. September 2008 um 20:56
Jörn Christian Meyer
@3 Sssikäi: Hmm, zugegebenermaßen etwas unglücklich formuliert. Akustisch verdrängen wäre die treffendere Bezeichnung.
21. September 2008 um 20:58
Sssikäi
Ach, menno! Mach mir doch die schöne Illusion nicht kaputt.
21. September 2008 um 22:41
Constanze von Flottbek
Hm, gegen den Zimmernachbarn gibt es doch bestimmt das ein oder andere im Krankenhaus, das hilft *engel*
Oder wir überschütten Dich so mit Besuch, dass der Zimmernachbar die Flucht ergreift, kreuzen nur im Pulk auf mit massig Knoblauch-Döner als Marschverpflegung … Nee, ist wohl alles suboptimal.
Halte durch, das sind hoffentlich nur die Mühen der Ebene, um mal den guten alten Brecht ins Spiel zu bringen – die Mühen der Berge liegen hoffentlich hinter Dir.
22. September 2008 um 18:43
Morgan
Hey Jörn,
hört sich ja alles nicht so toll an. Aber auch das geht vorbei! Du hast es hinter dir.
, erlebt oder wie auch immer.
Du hast dieses Zimmer überstanden und die Qualen der Therapie, nun lass dich nicht von so einem Zimmernachbarn fertig machen.
Es mag zwar nervig sein mit ihm, aber mein Gott, was dich nicht umbringt macht dich nur härter, das haben wir ja schon öfter gesehen
Und von wegen mit nem Ipod kann man lästige Zimmernachbarn nicht ausschalten… die Dinger sind mehr als gut geeignet als Wurfgeschoss, naja okay, dafür sind sie eigtl. zu teuer, aber manchmal ist es das wert *G*
Also dann
Lass dich nicht ärgern!
Morgan