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Seit Sssikais letzte m Eintrag hat sich eigentlich nicht viel getan. Ausser dass ich dann doch irgendwann einen dreilumigen Venenkatheter bekommen habe, beinahe die Chirugie des UKE auseinandergenommen hätte und zwei Sanitäter gefrühstückt hätte.

Warum? Das Tauschen eines Katheters dauert etwa 10 Minuten. Der Transport aus der Chirugie auf die KMT-Station locker zwei Stunden. Da die Herren Sanitäter noch Mittagspause hatte. Dass ich noch nicht mal gefrühstückt hab ist nicht weiter erwähnenswert. Als meine Halsschlagader drohte zu platzen habe ich mich dann zu Fuß auf den Weg gemacht. Und wer stand dann vor mir und wollte mich auch eine Trage zwerren? Zwei Sanitäter, denen ich deutlich zu verstehen gegeben habe, dass ich auf ihre Dienste nunmehr verzichte.
Deren Problem war, dass sie mit einer solchen Situation irgendwie nicht umgehen konnten: ein Patient, der gehfähig, immunkompetent und dazu noch äußerst schlecht gelaunt war. Außerdem bekommen sie ihr Geld nach Einsatz, also wenn sie mich auf der Station tatsächlich abliefern … also bin ich wutentbrannt über das UKE-Gelände zur Station zurückgegangen, während mir ein Krankenwagen folgte. Auch hübsch.

PS: Ich hab mir überlegt den neuen Kollegen Namen zu geben: Werner, Gerd und Bernd. Die drei übernehmen künftig meine Medikamententherapie, Blutzufuhr und Ernährung (respektiv).

Heute (nee, mittlerweile schon gestern) gegen 20 Uhr rief Jörn bei mir an. Ich hatte ihn eigentlich nachmittags besuchen wollen, da er aber minütlich mit dem Verlegen seines Katheters rechnete, habe ich lieber abgewartet – bis zum Abend. Als ich den Tag schon zu den Akten legen wollte, kam der Anruf: „Ich habe gerade meinen Katheter bekommen.“ – „Na, super! Und? Alles gut gelaufen?“ – „Ähm, naja … Komm halt her und schau es dir an.“

Ich also flugs zum UKE. Hinweis für potenzielle Besucher: Im Gebäude der Augenklinik wende man sich nach links Richtung KMT-Station, steige nicht in den Aufzug, sondern gehe zu Fuß die Treppen hinauf in den zweiten Stock, bis man vor einer Tür mit der Nummer 241 steht. Hier klingeln und auf Antwort warten. Wird die Tür geöffnet, steht man in der so genannten Besucherschleuse – die nichts anderes ist als ein äußerst beengter Umkleideraum. Zur Rechten sieht man eine Reihe schmaler Schließfächer, zur linken einen Spender mit Handdesinfektionsmittel sowie ein Regal mit Kitteln und Clogs. Man bringt Jacke und Taschen im Schließfach unter, zieht einen Kittel über (es gibt verschiedene Größen; ich habe einen viel zu großen erwischt) und tauscht die Schuhe gegen ein Paar Clogs – oder zieht einen blauen Plastikbeutel über die Schuhe, was ich aber nicht empfehle, weil die Dinger dünn sind und schnell reißen (wie ich selbst erfahren musste). Haube und Mundschutz braucht man nicht anzulegen. Ganz wichtig aber: Hände desinfizieren nicht vergessen!!!

(c) Maren Beßler/pixelio.de

Dann geht es auf die Station. Jörn liegt zur Zeit in Raum 235. Tja, und da sah ich dann die Bescherung, von der er unten bereits selbst erzählte: Man hat ihm einen falschen Katheter gelegt. Eigentlich hätte er einen dreilumigen bekommen sollen, also einen, über den man Infusionen verabreichen, Blut entnehmen und den zentralnervösen Druck überwachen kann. Das Teil wird vermutlich demnächst ausgewechselt werden. Für die erste Portion Fludarabin (ein Zellgift) hat es aber gereicht. Noch ist Jörn ganz gut drauf. Hier der Beweis:


Hoffen wir, dass es lange so bleibt. Und noch ein Tipp für Besucher: Geht besser nicht spontan vorbei, sondern ruft Jörn vorher an, um abzuklären, ob es gerade günstig ist. Es kann sonst passieren, dass ihr in eine wichtige Behandlung platzt, euch in dem relativ kleinen Raum gegenseitig auf die Füße tretet – oder Jörn gerade dann aufscheucht, wenn er einfach mal seine Ruhe haben möchte, was mit fortschreitender Therapie immer wahrscheinlicher wird. Übrigens hat Jörn momentan noch einen Zimmergenossen, der aber morgen (das heißt, heute) entlassen werden soll. Der Glückliche!