Bei meinem heutigen Besuch des UKE habe ich mir mit der Transplantationskoordinatorin die Isolierstation im UKE angesehen. Um bei den Worten meines Ex zu bleiben: ‘Schön ist anders’ und ‘früher war nicht alles schlecht’. Es ist schon etwas trist – wie Krankenhäuser halt so sind. Die Koordinatorin meinte daher auch, ich könne mir Poster mitbringen, um das Zimmer individueller zu gestalten. Nur was hängt man in so einen Raum? Ein Mark Rothko wäre echt schick.

Aber dann erinnerte ich mich an den vergangenen Dienstag: Ich besuchte meinen alten Freund TT und entdeckte einen Stapel Pornohefte neben dem Sofa. Leicht errötet meinte er, das wären Rezensionsexemplare, die sein Freund zugeschickt bekommen hätte. Ich hätt’ mir auch nicht vorstellen mögen, dass er knapp 250 EUR in Einhandliteratur investiert

Mein erster Gedanke war ‘Porno ist so was von Achtziger’, dann schoss mir durch den Kopf ‘Funktioniert das eigentlich auch ohne Strom?’ und letztlich habe ich mir die Dinger angeschaut. Am lustigsten fand ich eine Fotostrecke auf denen sie Darsteller oldschool Brillen (ähnlich der meinigen) und Burlington-Socken trugen. Schlagartig wurde mir bewusst, dass diese Heftchen für meine Generation gedacht waren. Beim weiteren Blättern in den Heftchen entdeckte ich dann den Knaller: ein Centerfold. Wie im Playboy kann man in der Mitte des Heftes den Playboy des Monats entnehmen und damit seinen Spind dekorieren. Das wär doch mal eine aussergewöhnliche Dekoration eines Krankenhauszimmers.