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Frank vom Zoo schreibt in Bezug auf die (bei Jörn bislang noch nicht in Kraft getretene) Mundschutz-Verordnung:

Nichts war auf Dauer belastender, wenn dich alle – Ärzte, Pfleger und deine Lieben – nur noch als fast emotionslose Augenpaare anblicken …

Emotionslose Augenpaare? Das muss nicht sein! Nachfolgend eine kleine Kollektion ausgewählter Gefühlsausdrücke, die trotz Maske leicht zu interpretieren sind.




Für Brillenträger ist so ein Mundschutz übrigens Mist, weil beim Ausatmen unweigerlich die Gläser beschlagen. Aber irgendwas ist ja immer.

Ich kann prima Stadtpläne lesen. Dafür kommt es gelegentlich vor, dass ich in einem fremdem Supermarkt etwas verzweifelt suche, auch wenn ich direkt davorstehe.

So ähnlich ging es mir gestern abend auf der KMT-Station. Wie gesagt, Jörn ist umgezogen und sagte mir, er liege nun auf „Zimmer eins hinter der Glastür“. Für ihn, der die Station inzwischen wie seine Westentasche kennt, mag das eine klare Ansage sein. Für andere nicht unbedingt. Jedenfalls meinte die Schwester, die ich vorsichtshalber auch nochmal fragte: „Er liegt in der ersten Box (Box! Wie eine Legehenne!) vor der Glastür.“

Hmmm … Wenn mich jemand nach meiner Anschrift fragt, sage ich dann: „Ich wohne im zwölften Haus hinter der Kleingartenkolonie“? Nein, ich nenne einfach Straße und Hausnummer. Dieses System hat sich in der Vergangenheit sehr bewährt.

Langer Rede kurzer Sinn: Jörns neues Zimmer hat die Nummer 232 – und sein Name klebt an der Tür. Natürlich stand ich, als ich die Schwester fragte, schon fast genau davor …

Übrigens: Wer sich vollständiger Gesundheit erfreut, muss – wie ich zu meiner Überraschung erfuhr – auch als Besucher des Isolierzimmers keinen Mundschutz anlegen. Ich habe es trotzdem getan. Warum und was Jörn und ich daraus gemacht haben: Wartet es ab.

Neulich in der Strahlentherapie:

Ärztin: „Ihre Ganzkörperbestrahlung hat ja nur 2 Gray, ist also nicht so stark. Die meisten Nebenwirkungen auf diesem Einwilligungsformular treffen für Sie gar nicht zu. Die werden Sie gar nicht von den Nebenwirkungen ihrer Chemotherapie unterscheiden können.“

Patient: „Ach, ich dachte die Bestrahlung soll alles was die Chemotherapie überstanden hat noch killen und eigentlich recht hart sein“.

Ärztin: „Naja, wie man’s nimmt. Wir bestrahlen hier Tumore mit bis zu 80 Gray. Sagt Ihnen Tschernobyl etwas? Sie bekommen etwa die Strahlendosis eines Aufräumarbeiters ab. Die ist unbehandelt in einer Woche tödlich“.

Radiation Biohazard
(c) Fairy Whispers/Flickr

Schade, dass Jörn mir mit seinem Beitrag zuvorgekommen ist. Mir schwebte schon so eine hübsche Headline vor: „Blasen“.

Wir hatten gestern noch einen unterhaltsamen Abend. Mit von der Partie: Mark. Ihn und Jörn verbindet eine legendäre, gemeinsame Vergangenheit, und bis heute sind sich die beiden in herzlicher Freundschaft verbunden, wie man hier eindrucksvoll sehen kann:

Jörn zieht heute übrigens um – in ein anderes Zimmer, wo es chemotherapeutisch dann richtig zur Sache geht, die Besucher eine zusätzliche Schleuse passieren müssen und endlich auch den kleidsamen Mundschutz verpasst bekommen. Nähere Infos entweder im Laufe des Tages von Jörn selbst, sonst direkt vor Ort beim Pflegepersonal.

Der magische Dreisatz für Frauen im Fitness-Studio: Bauch-Beine-Po! Heute wurde ich auch damit konfrontiert, um mich während der Phase des ausgefallenen Immunsystem fit zu halten. Kleine Übungen, mit denen die Bein-, Bauch- und Rückenmuskulatur gefordert wird.

Außerdem wurden mir kleine Atemübungen beigebracht, um Entzündungen vorzubeugen. Ihr könnt sagen, was ihr wollt: aber dieses Übungsgerät sieht aus wie ein Bong.
Und irgendwie ist das ganze auch anstrengend. Wobei bei einer tiefen Anwendung in kurzer Folge eine Rausch durch Hyperventilieren eintritt. Was aber sicherlich nicht Sinn der Übung ist.