Ich habe morgen meinen nächsten Termin im UKE in der KMT-Ambulanz. An sich soll ich dann nicht nur erfahren, was für tolle Krankheiten ich habe sondern auch wie man sie behandeln kann. Wie gesagt: an sich – denn häufig waren bei solchen Terminen dann doch nicht alle Ergebnisse vorhanden, sollte mein Fall dann doch noch mal auf einer Tumor-Konferenz debattiert werden oder aus anderen Gründen war alles uneindeutig. Ich lass mich also einfach mal überraschen, was mir morgen mitgeteilt wird.

Wahrscheinlich steht eine längere, stationäre Chemotherapie an, für die mir ein zentraler Venenkatheter in den Körper eingesetzt werden muss. Umgangssprachlich heißen die Dinger ‚Ports’ und vereinfachen die Blutabnahme, die Gabe von Medikamenten und künstliche Ernährung ungemein. Außerdem schont es meine Unterarme, die langsam an die eines Junkie erinnern. Bei ordentlicher Pflege kann ein Port jahrelang liegen bleiben und wird erst entfernt, wenn keine weiteren Chemotherapien erforderlich sind.

hickman Venenkatheter

Kleiner Nachteil: so ein Katheter liegt auf der Brust üblicherweise in der Höhe des Joch Schlüsselbeins und ist damit etwas umständlicher zu erreichen als ein entsprechender Zugang am Unterarm. Im täglichen Einsatz kann man da ganz gut mit aufzuknöpfenden Hemden/Blusen arbeiten – wenn man in stationärer Behandlung ist sind Pyjamas mit Knopfleiste überaus praktisch.

Und hier beginnen die alltäglichen Probleme: wo bekommt man denn halbwegs modische Nachtbekleidung her? Denn mal Hand aufs Herz: wer trägt denn heutzutage noch Schlafanzüge? Okay, bei ALDI sehe ich die regelmäßig auf den Aktionsflächen – vorzugweise blau-grau gestreift und mit Bündchen. Und wenn es die in großen Stückzahlen beim Discounter unter das Volk gebracht werden, müssen die ja auch von irgendjemandem gekauft werden. Die Gebrüder Albrecht werden die sicherlich nicht für den DRK-Sammelcontainer auf dem Parkplatz in großer Stückzahl einkaufen. Bei diesen modischen Grausamkeiten darf sich eigentlich niemand mehr wundern, dass die Geburtenrate in Deutschland so niedrig ist – da möchte man einfach ganz schnell das Licht im Schlafzimmer ausmachen.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: dieses Wochenende stand der Kauf eines (oder mehrer) zweckmäßiger und modischer Pyjamas an. Um es kurz zu machen: dieses Unterfangen war nicht von Erfolg gekrönt. Zwar gab es vereinzelt auch elegante Schlafanzüge, aber durchweg ohne Knopfleiste. Modelle mit einer Knopfleiste waren ausnahmslos indiskutabel und konnten angesichts der unverschämten Preise (hässlich und teuer!) auch nicht als Kompromisslösungen herhalten.

Dabei gibt es so schöne Modelle, zumindest kann man sie beim Stern als Herrenmoden-Trend bestaunen …

Anmerkung: das Bild ‘Hickman-Line’ ist dem Flickr Album von Limowreck666, das Bild Pyjama ist dem Flickr Album von TheFunkyMan entnommen und steht unter der Creative Commons Lizenz.