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Durch Zufall bin ich auf die Seite des Verein deutsche Sprache (VDS eV.) gestossen und habe eine lustige Pressemitteilung gefunden:
Die weltweit über 30.000 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V. haben Hartmut Mehdorn, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, zum Sprachpanscher des Jahres 2007 gewählt. (…) „Noch immer gibt es an deutschen Bahnhöfen counter statt Schalter, einen service-point statt einer Auskunft und zum Pinkeln muß man zu McClean“.
Liebe Freunde der deutschen Sprache: welche Alternativen habt ihr denn auf der Hand? Das Wort ‘WC – Water Closet’ scheint mir angelsächsischen Ursprungs zu sein, ‘Toilette’ hört sich doch verdammt französisch an. Bei uns auf dem Land fand man früher schöne Schilder, die auf den ‘Abort’ hinwiesen. Ist das eindeutiger?
Bahnbetriebswerk Krefeld: Abort
‘Abort’ habe ich übrigens bei der Wortsammelstelle von Patrick Broecker abgegeben.
Anmerkung: das Bild Abort ist dem Flickr Fotoalbum von papakiesel entnommen und stehen unter der Creative Commons Lizenz.
Im Vereinigten Königreich hat Mars einen Werbespot zurückgezogen, der als homophob bezeichnet wurde. Der von BBDO entwickelte Spot, zeigte einen Speed-Walker der von Mr. T (bekannt aus der Serie A-Team, dem dritten Teil der Rocky-Saga) wegen seiner Bewegung verspottet wird:
Speed walking. I pity you fool. You a disgrace to the man race. It’s time to run like a real man.
Während der Mann sich verängstigt umdreht und versucht der Situation zu entkommen, sagt Mr. T. mit bedrohlicher Stimme: “Do it again sucker and there’s going tot be trouble with a capital Mr T“. Zum Schluss beschießt ihn Mr. T mit Snickers-Schokoriegeln aus einer auf einem Geländewagen installierten Kanone und sagt: „Get some nuts“.
Olympisches Gehen war mir bisher nicht als typisch schwule Sportart bekannt. Scheinbar ist es das auch nicht: der bekennende Speedwalker MyNameIsBucket hat die Reaktionen auf dieses Video bei Youtube wie folgt kommentiert:
Also, es gibt hier ein kurzes kumulatives Update, da ich die letzten Tage nicht zum bloggen gekommen bin. Seitdem Twitter wieder einigermassen verläßlich funktioniert, schicke ich ab und zu kleine Updates vom Handy auf mein Blog (findet sich in der Seitenleiste).
Aber die Beiträge über die Absurditäten meines Lebens werden nachgereicht:
- über das vermeintliche Ende der heteronormativen Ehe,
- über die fehlenden Klos bei der Lufthansa,
- über HLA-Typisierung nebst Googlesuche,
- über Vera am Mittag und andere Katastrophen,
(vielen Dank für die vielen brillanten Geschichten an Yildiz, Ssikäii, Mark, Patrick, Lars und Thomas). Ich hab’ das Wetter in Hamburg genossen, bin zum Sport gegangen und habe u.a. auch Schlafanzüge im SSV erstanden. Als Termin für die KMT – zumindest die stationäre Aufnahme – ist mittlerweile der 25.08. angepeilt.
Also, bleibt schön gesund, geht nicht an den Honig und benutzt brav Kondome. So ähnlich hat das meine Oma bei der Verabschiedung von uns Kindern auch immer gesagt.
Vergangenen Donnerstag habe ich mich mit Sssikäi und meinem Ex-Freund Mark getroffen. Lustigerweise stellten Claudia und ich fest, das wir beide etwa zeitgleich zu einer schwul/lesbischen Hochzeit in London eingeladen sind. Während es sich bei meiner Einladung um zwei Männer handelt, die sich das Ja-Wort geben, liegt der Fall bei Sssikäi etwas komplizierter: hier wollen sich eine Frau und Mann trauen. Hört sich ja bis dahin alles ‘normal’ an. Mitnichten. Denn der Mann ist eigentlich eine Frau und die Frau eigentlich ein Mann. Zumindest vom Genotyp. Aber äußerlich ist halt die Frau ein Mann und der Mann eine Frau. Die Rolle der Braut und des Bräutigams ist damit etwas uneindeutig.
Hört sich kompliziert an? Es geht noch verworrener: Aktuell in einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, ob sich einE verheirateteR TranssexuelleR vor seiner bzw. ihrer Geschlechtsanpassung scheiden lassen muss. Der Hintergrund dieser Entscheidung liest sich in der FAZ vom 24.07.2008 so:
In dem Fall, den das Amtsgericht Schöneberg dem Verfassungsgericht vorgelegt hatte, geht es um einen fast 80 Jahre alten Mann. Er ist seit 56 Jahren verheiratet, hat drei Kinder und fühlt sich schon länger als Frau. Seit 2001 trägt er einen Frauennamen, ein Jahr später folgte die Geschlechtsumwandlung. Seine rechtliche Anerkennung als Frau scheiterte, weil der Betroffene nach dem Transsexuellengesetz unverheiratet sein muss. Das Ehepaar will sich nicht scheiden lassen; die Beziehung sei intakt.
Das Bundesverfassungsgericht und die FAZ klammern sich auch in dieser komplizierten, ungewöhnlichen und irgendwie absurden Situation brav an die heteronormativen Begrifflichkeiten. Denn die Antragstellerin hat sein Geschlecht schon angepasst, lediglich die rechtliche Anerkennung als Frau wird ihm bei bestehender Ehe verwehrt. Das ganze hätte die FAZ auch anders formulieren können:
In dem Fall, den das Amtsgericht Schöneberg dem Verfassungsgericht vorgelegt hatte, geht es um eine fast 80 Jahre alte Frau. Ihren Frauennamen trägt sie seit 2001, ein Jahr später folgte die Geschlechtsumwandlungangleichung.
Sie ist seit 56 Jahren verheiratet und Vater dreier Kinder. Ihre rechtliche Anerkennung als Frau scheiterte, weil die Betroffene nach dem Transsexuellengesetz unverheiratet sein muss. Das Ehepaar will sich nicht scheiden lassen; die Beziehung sei intakt.
Aber zurück zur Entscheidung: Die Vorschriften des Transsexuellengesetz bezüglich der personenstandsrechtliche Anerkennung des durch operativen Eingriff geänderten Geschlechts sind nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Das derzeitige Recht schränkt sowohl das allgemeine Persönlichkeitsrecht als auch den in der Verfassung garantierten Schutz der Ehe ein. Die Vorschriften sind damit verfassungswidrig und nicht anzuwenden. Der Gesetzgeber muss nunmehr bis zum 1. August 2009 eine neue gesetzliche Regelung finden.
Das Bundesverfassungsgericht hat in dieser Entscheidung übrigens die Auslegungsmethode der praktischen Konkordanz angewandt: hierbei wird versucht, bei sich widersprechenden Grundrechtspositionen durch Abwägung einen angemessenen Ausgleich zu erzielen (also beide Grundrechte weitestgehend zu erhalten und einen angemessenen Ausgleich herzustellen).
Hört sich alles ganz positiv an? Transsexuelle bleiben jetzt verheiratet, auch wenn auf einmal zwei Frauen bzw. zwei Männer zusammen sind? Haben unsere Chefideologen in Karlsruhe eine Hintertür für die Homoehe geöffnet? Wird jetzt alles schön in Deutschland?
Mitnichten. Denn das Bundesverfassungsgericht hat auch ganz klar zu verstehen gegeben, dass die Ehe weiterhin lediglich eine Angelegenheit für verschiedengeschlechtliche Paare sei. Denn auf keinen Fall dürfe „der falsche Eindruck erweckt (werden), auch gleichgeschlechtliche Paare könnten die Ehe eingehen“.
Die Chefideologen aus Karlsruhe geben dem Bundestag an die Hand, doch eine ‘Lebenspartnerschaft plus’ einzuführen: auf keinen Fall sei diese Verbindung eine Ehe. Aber die Rechte und Pflichten aus der Ehe (Stichwort: Verantwortungsgemeinschaft) könnten doch in einer besonderen Form der eingetragenen Lebenspartnerschaft fortgeführt werden.
In einfachen Worten: Aus Ehe wird jetzt Lebenspartnerschaft, sonst ändert sich nix.
Die Kehrseite der Geschichte, hat The Gay Dissenter treffend zusammengefasst:
Es bleibt also nicht nur bei der Diskriminierung (von Anfang an) gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Sie wird auch noch verschlimmert. Nicht nur verschiedenengeschlechtliche Ehen blieben nach wie vor besser gestellt, sondern nun werden auch gleichgeschlechtliche Verbindungen, einerlei ob sie zukünftig als (Eingetragene) Lebenspartnerschaft, Ehe oder sonstwie bezeichnet werden, die in einer Ehe ‘entstanden’ sind, den (von Anfang an gleichgeschlechtlichen) Eingetragenen Lebenspartnerschaften gegenüber bevorzugt. (…) Schade, dass dieser Erfolg transsexueller Menschen auf Kosten der schwulen Menschen geht.
Treffend auch ein Leserkommentar zum Online-Artikel der FAZ:
Ist dieses Urteil doch eine unfreiwillige Abwertung der Transsexuellen. Denn von Natur aus Gleichgeschlechtliche dürfen nach wie vor nicht heiraten. Aus seiner Haut kommt eben keiner raus.
Wie dem auch sei, einem Menschen, der sich am Ende seines Lebens entscheidet, sich einer solchen Operation und dem nachfolgenden Rechtsstreit zu unterziehen, gehört Respekt gezollt. Herzlichen Glückwunsch.
Anmerkung: die Wedding Cake Toppers sind dem Flickr Fotoalbum von Archie McPhee entnommen und stehen unter der Creative Commons Lizenz.
Gestern Nachmittag habe ich im AA/PNH-Forum die Frage einer Angehörigen gelesen, die ich selbst und leider auch die anderen Mitglieder nicht auf die schnelle beantworten konnten. Die Erkrankung hat bei ihrem Mann einen sehr schlimmen Verlauf genommen und sie hat das Gefühl, von den Ärzten nicht umfassend informiert zu werden. Sie ist vollkommen fix und fertig. Ich hab Ihr dann diese E-Mail geschrieben:
Hallo,
ich hab Deine Frage schon gesehen, konnte sie aber leider nicht beantworten. Mir geht es auch so, dass ich mich häufig mit meinen Zweifeln und Fragen allein gelassen fühle und nicht weiter weiss.
Da mach ich mir immer klar, dass Geduld viel mit Vertrauen zu tun hat. Mit Hektik und voreiligen Handlungen überspielt man oft die Angst vor der Leere, die entsteht, wenn man einen Moment inne hält und nachdenkt. Für Geduld braucht man Mut!
Und nach einige Tagen Warten haben sich Angst, Zweifel und Unruhe meist von selbst aus dem Weg geräumt. Wir brauchen einfach einen unendlich langen Atem mit diesen Krankheiten und müssen die Leere auch manchmal aushalten.
Hört sich irgendwie doof und unbefriedigend an, aber diese Erkenntnis hat mir ein wenig geholfen.
Deinem Mann und Dir alles Gute,
Jörn
Ich habe eine ganz viele Fragen im Kopf, die unstrukturiert immer wieder aufflammen und mir regelrechte Panikschübe geben (Ist es nur eine PNH? Hab ich auch ein MDS? Ist es wirkliche keine AA? Was sind die Risiken einer KMT? Lohnt es sich eine PNH gegen eine chronische GvHD zu tauschen?). Je mehr man im Internet dazu liest, sich darüber mit Freunden und Familie unterhält, Stichwortlisten für den nächsten Arzttermin zusammenstellt, um so panischer wird man.
Da hilft es dann nur, tief durchzuatmen und klar zu machen, das Panik nicht hilft und man vielleicht ein paar Stunden sich mit irgendwas anderem beschäftigen sollte.






I demand that these presumptuous pricks get off their high horse and apologize for perpetuating a stereotype. While they’re at it, they should admit that the whole reason for these shenanigans is because they saw a wiggling ass on TV and were ashamed of their own erections.