Es gibt einfach Dinge, die einen Umhauen. Und ich rede jetzt nicht von Chemotherapien, selbst zu spritzenden Hormonen aus Hamstereizellen oder die ‘Bowle’ von meinem Freund Frank. Nein, ich rede über eine Nachricht bei Spiegel Online, bei der sich mir mal wieder alles im Magen umdrehte: Hello Kitty soll für Japan werben
Hello Kitty wird Botschafterin: Die knautschige Zeichentrickfigur soll ab sofort für das Urlaubsland Japan werben. Am Montag will das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur sie offiziell zur Tourismusgesandten küren
Ihr wisst nicht wer Hello Kitty ist? Es ist die (vorzugsweise in pink auftretende) japanische Katze mit der roten Schleife im Haar – aber ohne Grinsemaul. 1974 wurde sie von dem Spielwarenkonzern Sanrio erschaffen und scheint mich seit dem zu verfolgen. Zu meiner Grundschulzeit gab es Hello Kitty Bleistifte, Federtaschen, Frühstücksboxen, etc. Irgendwann wurde es stiller um Hello Kitty, scheinbar änderte sich der Geschmack vorpubertärer Mädchen (ok, es gab dann die grässlichen Diddl Produkte) und wir wurden einige Jahre von der fernöstlichen Katze verschont.
Bis vor einigen Jahren hippe, junge Frauen Hello Kitty wieder für sich entdeckten und auf einmal Umhängetaschen, T-Shirts, Unterwäsche und Sonstiges mit der Katze kauften. Ich kann mir diese Geschmacksverirrung nur damit erklären, dass die Mädels in der Kindheit auf diese Comic-Figur geprägt wurden (aber warum laufe ich dann nicht mit einem Captain Future T-Shirt rum?).

(c) Klìo

(c) LiewCF

(c) Richard Masoner

(c) Eric
Apropos Geschmacksverirrungen: es gibt nicht nur Hello Kitty Taschen, Toaster, MP3-Player oder Fahrräder – nein, auch Hello Kitty Massage-Geräte (aus Gründen der Diskretion in der Umverpackung abgebildet).
(c) Rachel Young
Nun gut, zurück zum eigentlichen Thema: diese Nicht-Grinsekatze ‘lebt’ übrigens gar nicht in Japan sondern ausweislich der Hello Kity Website in London. Wie oft sie Japan besucht, ist dort übrigens nicht vermerkt.
Ssikai Sssikäi hat mich übrigens auch noch auf weitere Angriffe auf den guten Geschmack hingewiesen: die Maskottchen für die diesjährigen olympischen Spiele in Peking. Diese fünf Freundlichen (Fisch, Panda, tibetanische Antilope, Schwalbe – sowie das olympische Feuer) haben den Auftrag, die Botschaft des Friedens von China aus in alle Welt zu tragen. Ob das gelingt?
Übrigens ist der The Trailing Partner Post der festen Überzeugung, dass Hello Kitty eine drag queen diva ist
Anmerkung: Alle Fotos stehen unter einer Creative Commons Lizenz und sind bei Flickr erschienen.



2 comments
Comments feed for this article
20. Mai 2008 um 15:52
Sssikäi
Erstens heiße ich Sssikäi und nicht Ssikai. Und zweitens: Gib doch zu, dass du auch gern so ein Hello-Kitty-Spielzeug hättest – oder schon hast?!
23. Mai 2008 um 17:03
kleeblumenkranz
ich muss gestehen, dass mir Hello Kitti auch irgendwie gefällt. Aber deswegen muss ich sie ja nicht gleich auf meiner Kaffeetasse haben. Im Gegensatz zu Diddl und Co. ist die Katzendame echt angenehm.