„Boring Frankfurt/Rhein-Main“ – so das Urteil der Schweizer Agentur Arthesia, die im Auftrag der Wirtschaftsinitiative Rhein-Main das Ansehen der Region untersucht hat. So konnte man dann in der FAZ vom 14. Mai lesen:

Die Region sei bei internationalen Rankings immer im vorderen Drittel dabei, „doch leider nirgends wirklich ganz vorne“ – ausgenommen, wenn es um die Rolle der Region als internationaler Infrastrukturknotenpunkt gehe und um die, so Arthesia, „gefährdete“ Bedeutung als internationaler Finanzplatz.

Da drängt sich mir zwangsläufig zunächst die Frage auf: Was ist eigentlich die Region Rhein-Main? Gehört Worms zu Frankfurt? Oder Offenbach? Oder Mainz? Oder Hanau? Zumindest die Wirtschaftsinitiative will den Raum von Aschaffenburg bis Mainz und von Heppenheim bis Limburg davon umfasst sehen. Also eine Fläche von etwa 90 x 90 km.

Blick auf Frankfurt

Und in der Mitte dieses Gebiets: Frankfurt. Auch Bankfurt oder Mainhattan genannt. Einzige deutsche Stadt mit so etwas ähnlichem wie einer Skyline. Die Stadt von Goethe und Schopenhauer. Dennoch die Schweizer lassen kein gutes Haar an Frankfurt: „Die Region hat keinen Glamour“.

So ganz überraschend war dieses Ergebnis nicht – hatte doch die FAZ am Sonntag im Frühjahr von Roland Berger Strategy Consultants verschiedene deutsche Städte bewerten lassen. Frankfurt kam nach München, Stuttgart und Hamburg auf den vierten Platz. Immerhin noch vor Berlin. Die FaS lässt sich dieses vergleichsweise schlechte Abschneiden von Harald Mieg, vom Berliner Simmel-Zentrum für Metropolenforschung erklären:

Frankfurt habe in der internationalen Arbeitsteilung völlig andere Funktionen übernommen als Städte wie Köln. „Frankfurt ist Teil eines globalen Metropolennetzwerks.“ Als internationaler Finanzplatz müsse Frankfurt Funktionen in das Stadtbild integrieren, die nicht für jeden gleich verständlich seien. Das führe zur Entfremdung der Menschen von einer Stadt.

Ach so, ich bin einfach nur zu doof diese Stadt zu verstehen?

Skyline Frankfurt von Nordwesten gesehen

Klar, ich mag das Nordend. Ich mag die vielen Parks in dieser Stadt. Ich mag so gar irgendwie das Bahnhofsviertel mit dieser eigentümlichen Mischung aus Hochfinanz, Drogen und Prostitution. Aber abends weggehen und Spaß haben funktioniert in dieser Stadt nur bedingt. Das musste ich auch dieses Wochenende wieder feststellen, als ich trotz dieser f*cking Krankheit nach 23:00 h die Wohnung verlassen wollte. Die Party im Schirn-Café war ein Reinfall (kein Gäste), die akzeptablen Bars in der City mit den üblichen Gesichtern gefüllt und für ein Kneipenhopping an die Berger Strasse fehlte mir irgendwann einfach die Kraft. Abgesehen davon, dass auch zwischen Berger Strasse und Sandweg die pure Langeweile herrscht.

An solchen Abenden will ich wieder zurück nach St. Pauli. Warum, vielleicht erschließt sich die Faszination des Stadtteils aus dieser Hymne von Bernd Begemann:

(Ach ja: Wie man es diesem Eintrag entnehmen kann, geht es mir z. Zt. echt gut).