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McNep schrieb am 9.5.2003 über Knochenmark im Assoziations-Blaster:

Es war erstaunlich, welche Entsetzensschreie ich vor, während und nach der BSE-Panik durch das simple Auslutschen eines Ossobuco-Knochens provozieren konnte.

Ossobuco

Das Entsetzen packt einen auch, wenn man sich die Statistiken über den Erfolg von Knochenmarktransplantationen bei Aplastischer Anämie anschaut. Aber darüber will ich mir erstmal keine Gedanken machen.

Ihre medizinische Empfehlung dürfen mir die Ärzte von der Uniklinik Ulm im Juni mitteilen. Auf Anraten meines Arztes habe ich dort um einen Termin gebeten – heute kam der Anruf: am 12. Juni darf ich mich ‘vorstellen’.

Die Zeit bis dahin werde ich nutzen, leckere Rezepte wie Ossobuco alla Milanese nachzukochen. Mag jemand mit ‘ner Flasche Rotwein vorbeikommen? Ach ja Jungs, Safer Sex hin oder her: dann wird gelutscht, gesaugt und geschluckt!

Anmerkung: Das Foto ist dem Flickr Photostream von theycallmefranz entnommen und steht unter der Creative Commons Lizenz.

Eine andere Patienten lebt seit einigen Jahren mit PNH und beschreibt in Ihrem Blog ‘A Beautiful Day’ ihr Leben mit der Krankheit – hier eine ihrer Anmerkungen über Soliris®:

At treatment today:

NP: (On why I’m sporting all sorts of strange symptoms lately) Sometimes, chemo will do that to you – it can really mess with your immune system.
Me: But I’m not in chemotherapy.
NP: (Pauses and smiles kindly)
Me: This is considered chemo, isn’t it.
NP: Yeah, it is.
Me: Oh.
NP: It’s gentler than traditional chemo, but it’s definitely chemo.
Me: Oh.

I liked it so much better back when we just called it ‘treatment’.

(NP = nurse practitioner, eine besonders qualifizierte Pflegekraft mit weitreichenden Kompetenzen.)

Yup, Soliris® ist nicht nur eine ‘Behandlung’ sondern auch eine ‘leichte’ Chemotherapie.

Der Begriff Chemotherapie bezeichnet die medikamentöse Therapie von Erkrankungen. Das können Krankheitserreger (Bakterien, Viren) ebenso sein wie Krebszellen. Der Begriff wurde 1906 von Paul Ehrlich geprägt. Er beschrieb damit die Behandlung von Infektionskrankheiten mit Methoden, die direkt gegen den Krankheitserreger vorgehen. Im weiteren Sinn gelten also auch Antibiotika als „Chemotherapie“. Heute wird der Begriff allerdings fast ausschließlich für die Verkleinerung oder Zerstörung von Tumoren mit so genannten Zytostatika verwendet. Vereinfacht übersetzt bedeutet der Begriff Zytostatikum „Zellstopper“: Solche Substanzen hindern Zellen an der Teilung und bringen sie zum Absterben.

Chemotherapie

Eine zytostatische Chemotherapie greift damit in den Stoffwechsel der Zellen ein. Auch gesunde Zellen verschiedener Organsysteme teilen und vermehren sich und reagieren damit empfindlich auf die Chemotherapie. Daher kann es zu Nebenwirkungen und Komplikationen einer chemotherapeutischen (zytostatischen) Behandlung kommen. Typischerweise treten diese Nebenwirkungen bei den Körperzellen auf, die sich wie Krebszellen häufig teilen. Die Reaktion auf Zytostatika ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und umfassen Haarausfall, Nagelschäden, Schleimhautprobleme, Veränderungen im Blutbild, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall und als Spätfolge die Schädigungen von Herz, Lunge, Niere, Leber, Nervengewebe und Haut. Ob es sich um eine ‘leichte’, ‘mittelschwere’ oder ’schwere’ Chemotherapie handelt hängt von dem Ausmaß der Nebenwirkungen ab und mit den Common Toxicity Criteria gibt es eine systematische Einteilung dieser Nebenwirkungen.

Durch den raschen Fortschritt in der Medizin haben sich in den vergangenen Jahren ganz neue Medikamente in der Onkologie/Hämatologie etabliert: Antitumour Antibiotica, Monoklonale Antikörper und Hormon-Therapien. Diese funktionieren ganz anders als die klassischen Zytostatika und weisen z.T. deutlich weniger Nebenwirkungen. Auch wenn sie wenig mit unseren landläufigen Horrorvorstellung zu tun haben, handelt es sich um Chemotherapeutika.

Ich erhalte 14-tägig Soliris®, einen monoklonalen Antikörper. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Halsentzündung, Übelkeit, Fieber, Muskelschmerz, Müdigkeit und Herpes simplex. Bis auf die Müdigkeit, eine latente Halsentzündung und leichte Übelkeit nach der Verabreichung bleibe ich bisher von den Nebenwirkungen verschont. Man kann daher unter Berücksichtigung der Common Toxicity Criteria bei Soliris® von einer ‘leichten’ Chemo sprechen.

Volkers Medikamente sind da schon eine deutliche Qual.

Mehr Informationen zu Chemotherapien gibt es beim Krebsinformationsdienst.

Anmerkung: Das Bild ‘chemo’ steht unter Creative Commons-Lizenz und ist dem Flickr Fotostream von 416style entnommen.